Einkommensteuererklärung

Die Einkommensteuererklärung, wie sie bei der KWP Kucharzeck, Wehrhahn + Partner Steuerberatungsgesellschaft mbB durchgeführt wird, dient gemäß § 25 EStG primär als Instrument des Veranlagungsverfahrens, um nach Ablauf eines Kalenderjahres die individuelle Einkommenssteuer zu erheben. Das zuständige Finanzamt berechnet auf Basis der Angaben des Steuerpflichtigen die persönliche Steuerschuld. Ebenso werden über dieses Verfahren bzw. die Einkommensteuererklärung etwaige Steuererstattungen festgelegt. Die expliziten Berechnungen der Finanzbehörde werden den Steuerpflichtigen in Form eines Einkommensteuerbescheides übermittelt. Im Rahmen einer Einkommenssteuerverlagerung, die grundsätzlich aus selbstständigen Tätigkeiten hervorgeht, sind während eines laufenden Jahres pro Quartal Einkommenssteuervorauszahlungen zu entrichten. Nach § 37 EStG orientiert sich die Höhe der fällig werdenden vierteljährlichen Gebühren an den jeweiligen Verhältnissen der vorangegangenen Veranlagungsperiode. 

Zusätzlich wird zur Erhebung der Einkommenssteuer das Quellenabzugsverfahren genutzt. In Verbindung mit diesem Modell wird die Einkommenssteuer direkt von den Einnahmen abgezogen, die von einer Quelle generiert werden. Somit wird der abzuführende Steuersatz von der betreffenden Quelle einbehalten und unmittelbar an das Finanzamt abgeführt. Als derartige Quellen fungieren etwa der Arbeitgeber oder Geldinstitute. Demnach sind Lohnsteuer, Zinsabschläge und Kapitalertragssteuern als Quellensteuer zu klassifizieren. Einkommenssteuervorauszahlungen sowie erhobene Quellensteuern, werden unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien mit der persönlichen Einkommenssteuerschuld verrechnet. Übersteigen die im Quellenabzugsverfahren einbehaltenen Steuern die determinierte Steuerschuld, wird der diesbezügliche Differenzbetrag dem Steuerpflichtigen erstattet. Die einzelnen Fristen für die Abgabe der Einkommensteuererklärung reglementieren §§ 149, 169 Abs. 3 AO.   

Daher sind Einkommensteuererklärungen für das Kalenderjahr 2017 bis zum 31. Mai 2018 bei den dafür zuständigen Finanzbehörden einzureichen. Sofern die Steuerklärungen nach § § 3 und 4 StBerG angefertigt werden, greift eine verlängerte Frist zur Einreichung der Unterlagen. Demnach können entsprechende Dokumente vorbehaltlich § 109 AO Abs. 2 AO bis zum Ablauf des Kalenderjahres 2018 abgegeben werden. Anlässlich begründeter Einzelfälle kann optional eine Fristverlängerung bis zum 28.2.2019 erwirkt werden. 

Gleichzeitig obliegt den regionalen Finanzämtern das Recht Steuerklärungen vor dem Ende der allgemeinen verlängerten Frist einzufordern. Diesbezügliche Vorabforderungen werden insbesondere angewandt, wenn der Steuerpflichtige für den vorausgegangenen Veranlagungszeitraum keine Steuererklärung abgegeben hat. Die verspätete Abgabe ermöglicht ebenfalls eine Vorabforderung der Unterlagen.   

Falls für den vorherigen Veranlagungszeitraum laut § 233 a Absatz 2 Satz 1 AO nachträgliche Vorauszahlungen angesetzt worden sind, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit für eine Vorabforderung der Behörde. 

Generell wird die Steuerklärung vorab angefordert, wenn vorherige Veranlagungszeiträume mit verhältnismäßig hohen Abschlusszahlungen verbunden waren.   

Sobald hohe Abschlagszahlungen absehbar oder für Beteiligte an Gesellschaften signifikante Verluste zu registrieren sind, fordert das Finanzamt oftmals vorab eine Steuererklärung.   

Alternativ werden diesbezügliche Vorabforderungen durch die jeweilige Arbeitslage der einzelnen Finanzämter forciert. 

Bei Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Fristen zur Abgabe der Einkommensteuererklärung ist das Finanzamt dazu berechtigt ein Zwangsgeld zu erheben. Dieses Verfahren basiert auf § § 328 ff. Wird das Zwangsgeld nicht gezahlt, nimmt das Finanzamt eine Schätzung der Besteuerungsgrundlage vor (§ 162 AO). Erhebt der Steuerpflichtige gegen der Schätzungsbescheid Einspruch, kann die Behörde § 364 b AO geltend machen, wonach Dokumente, die nach dem Ablauf der Frist eingereicht werden prinzipiell nicht zu berücksichtigen sind. Ergänzend kann die Behörde einen Verspätungszuschlag festlegen (§ 152 AO).


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